Rassereferat ALASKAN MALAMUTE – Christian Veigl (Arctic Snownoses)

Rassereferat  ALASKAN MALAMUTE
Christian Veigl

 

01.06.2020
Treffen sich zwei ähnliche, aber doch unterschiedliche Rassen: Siberian Husky und Alaskan Malamute.

 

Siberian Husky vs. Alaskan Malamute (Foto: AKC)

 

Welche Rasse fällt Dir ein, wenn Du an Hunde denkst, die in der eisigen Arktis Schlitten ziehen? Ist es der Siberian Husky oder der Alaskan Malamute? Vielleicht hast Du, wie viele andere auch, nicht bemerkt, dass es sich trotz aller Ähnlichkeiten um zwei grundverschiedene Rassen handelt.

Die einzigen Gemeinsamtkeiten der beiden Rassen: Sie stammen aus arktischen Gebieten, haben ein dickes Doppelfell (Deckfell und Unterwolle) und ziehen beide Schlitten. Sie kräuseln sich ihre Schwänze über die Nase, wenn sie in der Kälte schlafen um die Luft die sie atmen zu erwärmen. Aber genau genommen haben diese beiden Rassen unterschiedliche Ursprünge, körperliche Merkmale und Temperamente.

Die Durchschnittsperson kann die beiden Hunderassen meist nicht unterscheiden und ist verwirrt darüber, dass sie nicht aus einer Abstammung kommen. Wenn sie einen Sibierer sieht, ist sie häufig überrascht, wie klein sie sind. Sie ist meist auch erstaunt, dass sie trotzdem stark genug sind, um eine Person auf einem Schlitten zu ziehen. “Nicht-Schlittenhundler” werden die beiden Rassen leicht verwechseln und sie gelegentlich auch für ihre wilden Vorfahren halten. Manchmal nennt die breite Öffentlichkeit diese Rassen sogar Wölfe. Zumindest sind sie bei fast allen Menschen einfach “Huskies”, egal welcher Rasse sie zugehören.

 

Malamute im Showring: The 2018 AKC National Championship presented by Royal Canin. (Foto: AKC)

 

Sibierer im Showring: Third and Best of Breed: GCHP CH Sharin Nick Of Dynasty Rc Kennel (Siberian Husky); 2018 AKC National Championship presented by Royal Canin, Orlando, FL. (Foto: AKC)

 

Geschichte in rauen Klimazonen

Beide Rassen stammten aus Klimazonen extremer und unversöhnlicher Kälte. Der Siberian Husky stammt aber aus Nordasien und der Malamute aus Nordamerika / Alaska. Sie wurden von den Ureinwohnern Sibiriens als Transportmittel gezüchtet, um den knappen Nahrungsquellen in rauen Klimazonen zu folgen. Der Siberian Husky musste Tag für Tag auch nur sehr wenig fressen. Jeder Aspekt des Siberian Husky ist außergewöhnlich effizient.

Der Malamute hingegen war für das Überleben eines anderen Volkes von entscheidender Bedeutung: des Mahlemut-Stammes. Wie die Sibirier arbeiteten diese Hunde in den brutalen Klimazonen hart, oft tagelang ohne Nahrung oder nur sehr wenig. Sie lebten mit den Mahlemut als Teil der Familie, jagten aber und trugen Packtaschen. Sie zogen natürlich auch die Schlitten. Letztendlich ging die Rasse während Alaskas Goldrausch aufgrund des hohen Bedarfs an Arbeitshunden fast verloren. Um die Nachfrage zu befriedigen, züchtete man immer mehr Mischlinge zusammen mit den einheimischen Hunden. Zum Glück haben die Hunde des Mahlemut-Stammes aber getrennt als Rasse überlebt. Aufgrund der abgelegenen Gegend, in der der Mahlemut-Stamm lebte, blieben ihre Linien relativ rein. Sie waren die Grundlage für den “neuen” Alaskan Malamute.

 

Beide für sind für den Schlitten gezüchtet

Dank ihrer Existenz in rauen, kalten Klimazonen teilen beide Rassen bestimmte Eigenschaften, wie z. B. viel Fell zwischen den Zehen. Und da beide Schlitten ziehen, teilen sie sich reibungslose, effiziente und mühelose Bewegungen. Eine genaue Untersuchung zeigt jedoch mehr Unterschiede als Ähnlichkeiten.

„Das sibirische Fell ist über den gesamten Körper gleich lang, etwas glatt liegend und niemals hart. Aber das Malamute-Fell ist länger, über den Schultern und dem Nacken, über den Rücken, über den Rumpf und am Hintern (die typische “Hose”) und in der Feder (dem Schwanz), und hat eine grobe Textur.

 

Siberian Husky Welpen (Foto: AKC)

 

Alaskan Malamute Welpen (Foto: AKC)

 

Darüber hinaus gibt es Unterschiede am Kopf. Die Schnauze des Malamute ist breit und kräftig, während die des Sibiriers mittelgroß und eher schmal ist. Der Sibirier hat hoch angesetzte Ohren, die gerade nach oben zeigen. Die Ohren des Malamute sollten jedoch leicht nach vorne zeigen. Hoch angesetzte Ohren gelten als Fehler im Ausstellungsring. Schließlich darf der Sibirier diese erkennbaren durchdringenden blauen Augen haben, aber diese wären ein disqualifizierender Fehler bei einem Malamute.

Demzufolge führte der Zweck, für den jede Rasse entwickelt wurde, zu den wichtigsten physischen Unterschieden. Der Siberian Husky wurde gezüchtet, um leichte Lasten über große Entfernungen zu ziehen. Der Alaskan Malamute wurde gezüchtet, um schwere Lasten über kurze Strecken zu ziehen. Das erklärt auch die eklatanten Unterschiede in der Laufgeschwindigkeit der beiden Rassen. Der Sibirier ist der Marathonläufer – leicht und flink. Der Malamute ist der Gewichtheber – groß und stark.

Dies zeigt sich auch im Gewicht jeder der Rassen. Der Rassestandard des Siberian Husky besagt, dass Hündinnen 16 bis 23kg und Rüden 20 bis 27 Kilo wiegen dürfen. Im Gegensatz dazu beschreibt der Rassestandard den Alaskan Malamute vom Gewicht her mit 32–38kg für die Hündin und 36–43kg für den Rüden.

 

Eine gemeinsame Liebe zum Laufen

Das Ziel fast aller Sibirier ist es, zu rennen. Das führt auch zu ihrem unbändigen Verlangen, immer und überall auszubrechen um diesem Drang folgen zu können. Ein Sibierer wird beobachten wie eine Tür zu öffnen ist, und versucht es auch so lange bis es ihm gelingt. Zäune werden überklettert oder untergraben. Der Drang zum Laufen ist ihnen angezüchtet und meist nicht zu unterbinden. Das Heim eines Sibierers muss daher vollkommen ausbruchsicher sein. Mit anderen Worten, ein Sibirier sieht ein verschlossenes Tor nur als einen weiteren Test, den es zu erobern gilt. Diese kreative und intelligente Lebenseinstellung macht sie zu einer Herausforderung für erstmalige Hundebesitzer. Wenn Sie einen besitzen, werden Sie ständig versuchen, Ihren Hund zu überlisten. Aber die Arbeit lohnt sich, denn sie sind nicht nur schön, sondern auch sehr freundlich. Anstatt sich nur an eine Person zu binden, lieben sie ihre ganze Familie und sind überhaupt nicht beschützerisch.

Der Malamute hingegen ist kein aktiver Ausbrecher. Man sollte ihm jedoch auch nicht die Gelegenheit dazu geben, denn der meist nicht zu unterbindende Jagdtrieb treibt diesen Vertreter der Nordischen dazu offene Türen oder den Spaziergang ohne Leine sofort auszunutzen um abzuhauen und seiner Bestimmung als Jäger nachzukommen. Zum Leidwesen der Jägerschaft und oft tödlich für den Hund.

Der Malamute ist ebenso wie der Sibierer extrem menschenfreundlich, da in der Zucht nur solche Hunde verwendet werden sollten, die diese Eigenschaft besitzen. Die Mahlemuts verwendeten ihre Hunde ja auch in den kalten Nächten dazu, ihre Kinder oder sich selbst warm zu halten. Aggressive Hunde hatten da nichts verloren. Man kann im Prinzip schon von einer genetischen Beißhemmung dem Menschen gegenüber sprechen, wenn die Zuchtlinie in Ordnung ist.

Sie sehen vielleicht aus wie ein guter Wachhund, aber das einzige, was sie wirklich gerne bewachen, sind Futter und Spielzeug, nicht Dich oder Dein Eigentum. Das ist eben ein Nordischer.

Wenn Du beide Rassen aus dem Haus in den Hinterhof oder Garten lässt, wird der Malamute nach einer Weile bei der Hintertür reinkommen um sich wieder zu Dir zu gesellen. Der Sibierer wird aber weiterhin nach einer Fluchtmöglichkeit vom Gelände suchen um zu laufen …

 

Welche Rasse ist besser für dich?

Wie die Sibirier sind Malamutes liebevolle und freundliche Hunde. Neben dem Laufen lieben sie es, mit ihren Leuten zusammen zu sein und zu fressen. Dies bedeutet, dass diese relativ gehorsamen Hunde am meisten motiviert sind, wenn es um Futter geht. Normalerweise leise, singen viele Malamuten das berühmte „Whoo Whoo“, unverkennbar wenn es Zeit ist zu fressen, zu rennen oder zu spielen. Erwachsene Hunde sind ziemlich ruhig und liegen gerne bei ihren Menschen, während Sie sich entspannen, sind aber genauso daran interessiert aktiv zu sein.

Nordische der beiden Rassen sind sie kein Ein-Personen-Hund, sondern lieben alle Menschen. Es ist jedoch dringend empfohlen, bei anderen Hunden Vorsicht walten zu lassen. So sehr sie Menschen lieben, vertragen sie sich nicht immer mit anderen Hunden. Bei Malamuten untereinander entscheidet die Sympathie und auch das Geschlecht. Zwei Rüden oder zwei Weibchen sind meist nicht gemeinsam zu halten. Rüden liefern sich zwar meist wild aussehende Schaukämpfe um ihre Stellung zu untermauern, doch bei den Weibchen gehts bis aufs Blut. Die meinen es bei jedem Kampf bitter ernst.

Ob es der mächtige Malamute oder der kreative Sibirier ist, dies sind zwei Rassen von außergewöhnlicher Schönheit und Sportlichkeit. Beide werden durch ihren ursprünglichen Zweck als Schlittenhunde des harten Nordens definiert. Diese Hunde sind jedoch glücklich, sich mit ihren Familien in einem angenehmeren Klima niederzulassen. Wenn Du gerne Sport treibst und die Natur mit den Augen einer arktischen Rasse sehen möchten, solltest Du einen dieser Hunde in Deinem Zuhause begrüßen. Wobei Du auch hier bedenken solltest: Der Sibierer ist der aktivere Hund, der Malamute eher der ruhigere und faulere Zeitgenosse.

31.05.2020
Die “Giant Alaskan Malamutes”

Die “Giant Alaskan Malamutes”, also Riesen-Malamutes, werden um teures Geld in alle Welt verkauft. Riesige Hunde mit einem Gewicht bis zu 85kg und mehr. Trollige und schwermütige Gesellen, die auf Anklang von diversen Käufern stoßen, genauso wie die Klee-Kai-Huskies, also die Miniaturausgaben eines Sibierers.


Giant Alaskan Malamutes – Ein Fake, da eine Kreuzung zwischen Tibeter und Malamute! (Quelle: Internetfund)

Doch was steckt dahinter? Sind diese Hunde eine eigene Rasse? Oder eine separate Zuchtlinie? Die Antwort ist nicht einfach zu klären, denn in Amerika werden die “Giants” ebenso gezüchtet wie in China. In Amerika sind es jedoch immer nur die größten und auch fettesten der Hunde, die zur Zucht herangenommen werden, um diese Riesen als Zuchtergebnis zu bekommen. In China wiederum werden Alaskan Malamutes mit Tibetanischen Hunden gekreuzt. Diese Hunde, die dann fast schön “Bären” ähneln, haben in den letzten Jahren  viel Aufmerksamkeit errungen. Doch es sind arme Tiere, die dazu neigen, angeborene und langfristig schmerzhafte Krankheiten zu haben. Auch die Lebenserwartung ist weit geringer als bei “reinrassigen” Alaskan Malamutes. Leider wird die Nachfrage nach immer größeren und haarigeren Hunden wie diese immer größer und die Hinterhofvermehrung liefert weils ein gutes Geschäft ist.

Deswegen, BITTE, lasst die Finger von solchen “Züchtungen”, genauso wie jene der Klee-Kai’s! Ihr habt außer Kosten nichts von diesen Hunden, da sie auch nicht für Sport oder Outdooraktivitäten geeignet sind. Die Zucht solcher Hunde ist in meinen Augen eine reine Qualzucht und sollte global verboten werden. Ebenso der Handel mit diesen Tieren.

14.04.2020
Die Augenfarbe beim Alaskan Malamute

Es ist immer wieder lustig, wenn man gefragt wird, ob man keinen echten (wegen der braunen Augenfarbe) aber dicken (wegen der Stämmigkeit und Größe) Husky da an der Seite hat. Liebe Leute, BLAUE Augen kommen beim Malamute im normalen Rassestandard nicht vor. Aber ich will Euch hier mal kurz über die Augen des Alaskan Malamute aufklären:

Die Augen des Alaskan Malamutes sind am Kopf schräg eingesetzt, braun, mandelförmig und von mittlerer Grösse. Farbnuancen von hellbraun bis dunkelbraun sind möglich. Sehr helle Augen scheinen ins Gelbe zu gehen. Die Augen von roten Alaskan Malamutes sind vom Farbton her heller als jene der Grauen, Schwarzen und Sablefarbenen (Wildfarben). Auch jene der Reinweißen sind etwas heller.

Blaue Augen sind ein ausschliessender Fehler und kommen auch nicht oft vor. Großteils sind die blauäugigen “Malamutes” ohnehin Husky-Malamute-Kreuzungen aus Hoppalavermehrungen.

Bedingt durch verschiedenen Blickwinkel und der Sonneneinstrahlung können die Augen oftmals in einem blau-grau-grün erscheinen, was jedoch nicht ihrer tatsächlichen Farbe entspricht und eine optische Täuschung durch Reflexion ist.

Schöne braune Augen beim Alaskan Malamute sind Standard. Blau darf nicht sein.

08.03.2020
Geschichte: Der Alaskan Malamute beim Ititarod, dem härtesten Schlittenhunderennen der Welt

Im Jahre 1994 startete das einzige vom AKC registrierte Alaskan Malamute Team im Iditarod, dem härtesten Rennen der Welt, gezüchtet von der legendären “Storm Kloud Alaskan Malamute” Züchterin Nancy Russel. Es war für sie ein mühsamer Prozess, tatsächlich am größten Langstreckenrennen der Welt teilzunehmen, doch sie tat es. Mit 14 Hunden startete das Team auf eine Strecke von 1150 Meilen von Anchorage nach Nome (Alaska) als Konkurrenz zu den anderen Alaskan-Hundeteams.


Champion Glacier’s Storm Kloud, the “Gründerhund” von Nancy Russell’s Zucht.

“Für mich wäre dies ein echter Test für die Fähigkeit des Alaskan Malamute, in der Zeit zurück zu gehen und das zu tun, wofür er gezüchtet wurde”, sagte Russell vor dem Rennen. Die professionelle Musherin Jamie Nelson aus Minnesota trainierte, konditionierte und entwickelte das Team für sie.

Infoarchiv
Das Rennen und die Kosten (öffnet die Originalwebseite):

 

Link zum Storm Kloud Alaskan Malamute Kennel: http://stormkloudkennels.com/ 
Link zum Iditarod: https://iditarod.com/ 

 

Die Originalartikel in englischer Sprache:

https://puredogtalk.com/podcast/alaskan-malamute-breeder-pursued-a-dream-to-run-the-iditarod-pure-dog-talk/ 
https://puredogtalk.com/captivate-tag/iditarod/ 

14.02.2020
Der Kalorienverbrauch beim Alaskan Malamute (und auch anderer Hunderassen)

Den Kalorienverbrauch des Hundes zu kennen hilft im täglichen Fütterungsalltag weit mehr als man denken möchte. Oft ist es so, dass man den Verbrauch vollkommen falsch einschätzt und den Hund überfüttert, oder eben die Leckerlies nicht berechnet, was dann schnell zu einer taillelosen Gestalt führen kann. Sprich: Fellkugel. Ich hab im Netz ein wenig recherchiert, und einen recht einfach zu bedienenden Kalorienrechner gefunden und damit schon einmal die Grundwerte für einen Alaskan Malamute laut Rassestandard errechnet. Dabei gilt pro Tag gesamt (Futter und Leckerlies):

Hündin, 34kg:
Typischer Verbrauch: 1774 kcal
Senior / kastriert / inaktiv: 1577 kcal
Trächtig: 2957 kcal
Säugend: 3942 kcal
Leichte Arbeit: 1971 kcal
Moderate Arbeit: 2957 kcal
Schwere Arbeit: 3942 kcal

Rüde, 38kg:
Typischer Verbrauch: 1928 kcal
Senior / kastriert / inaktiv: 1714 kcal
Leichte Arbeit: 1971 kcal
Moderate Arbeit: 2957 kcal
Schwere Arbeit: 3942 kcal

Da der Malamute ein guter Futterverwerter ist, sollte man aber eher darunter bleiben, und aufpassen, wie sich der Hund körperlich hält oder entwickelt. Malamutes kommen oft mit weit weniger Kalorien aus. Um andere Gewichtsklassen zu berechnen, hier der Link direkt zum “Canine Dog Calorie Calculator”: https://petsci.co.uk/tools/canine-dog-calorie-calculator/canine-dog-calorie-calculator.html

04.02.2020
Das “Tapetum lucidum” beim Alaskan Malamute

Wie jeder Hund, besitzt auch der Alaskan Malamute ein sogenanntes “Tapetum lucidum”. Was das ist? Ihr habt sicherlich schon einmal ein Foto mit Blitzlicht von Eurem Hund gemacht, oder ihn Nachts beim Gassigang mit der Stirnlampe angeleuchtet. Habt Ihr die hell aufleuchtenden Augen bemerkt? Diese grün-gelbe, manchmal blaue und ab und an mal rote Reflektion der Augen wird durch das “Tapetum lucidum” erzeugt. Ich habe mich bei vielen Fotos meiner Hunde immer wieder gefragt, warum diese Reflektion bei Kitaro blau, bei Anka rot, und nun bei Nukka wiederum grün ist. Also musste ich mich mit diesem Thema auseinandersetzen um die Lösung dieses Rätsels zu erfahren, und will sie Euch hier kurz umreißen und erklären wie dieser Effekt entsteht, und was dieses “Tapetum lucidum” überhaupt ist.

 

Um Ihnen dies zu erklären, muss ich ein paar Sätze zur Anatomie des Auges verlieren. Letztlich besteht der Augapfel aus verschiedenen Schichten (Häuten), die übereinander gelegt eine stabile Umgebung für das Auginnere liefern. Ganz außen mit den Lidern angefangen, umgibt die dünne rosarote Bindehaut die feste weiße Lederhaut, die sich zentral nach vorne transparent als Hornhaut fortsetzt. Mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar, liegt unterhalb der Lederhaut die Aderhaut, welche die Blutversorgung für viele Bestandteile des Auges liefert. Unter der Aderhaut im Inneren des Auges liegt die Netzhaut, die mit ihren Nervenzellen eine wichtige Funktion zum Sehvorgang liefert. In der Aderhaut kann bei einigen Tieren ein sogenanntes Tapetum lucidum (lateinisch für leuchtender Teppich) enthalten sein. Diese Schicht enthält verschiedene Kristalle (Zink), Salze und Farbpigmente und reflektiert in einem Farbspektrum, welches von grün über gelb bis zu violett reichen kann. Menschen und Kaninchen beispielsweise besitzen kein Tapetum lucidum. Hier reflektiert nur die Aderhaut mit ihren vielen Blutgefäßen und führt manchmal zu den ungeliebten „roten Augen“ auf Fotos.

Quelle: anicura.de

 

Das erklärt einmal, was dieses sich merkwürdig anhörende “Tapetum lucidum” ist. Nun aber auch zur Aufgabe dieser Schicht im Auge des Hundes:

 

Letztlich fungiert das Tapetum lucidum als Restlichtverstärker, wie wir es in Nachtsichtkameras kennen. Ein Grund weshalb Ihr Hund in der Dämmerung auch die kleinste Bewegung registrieren kann, wo für uns Menschen nur dunkles Nichts herrscht. Somit sehen unsere Hunde und Katzen- wie häufig vermutet- nicht schlechter, sondern anders und besser an ihre Bedürfnisse angepasst. Wir wollen Zeitung lesen, Hunde und Katzen in Dämmerung jagen.

Doch keine Sorge, wenn Ihr Tier kein verräterisches Funkeln in den Augen hat. So individuell unsere Plüschnasen sind, so sind es auch die Augen. Die Augen eines blauäugigen Huskys werden selten grün-gelb leuchten. Hier kann das Tapetum lucidum auch mal fehlen und dennoch ist mit völlig normalem Sehvermögen zu rechnen.

Manchmal kann eine vom Besitzer beobachtete veränderte Reflektivität Anzeichen für eine Augenerkrankung darstellen. Letztlich kann nur eine Augenuntersuchung Klarheit verschaffen.

Quelle: anicura.de

 

Somit ist das Rätsel um Ankas rote Blitzaugen geklärt! Sie hatte diesen “Restlichtverstärker” nicht, und das erklärt auch ihr etwas schwächeres Nachtsichtvermögen gegenüber Kitaro.


Ankas “Tapetum lucidum” war nicht vorhanden, ihre Augen reflektierten daher rot.

Kitaros “Tapetum lucidum” war vorhanden und reflektierte blau.

Nukkas “Tapetum lucidum” ist ebenfalls vorhanden und reflektiert gelblich-grün.

Anhand dieser Fotos könnt ihr schön den Unterschied zwischen den Hunden sehen. Mich hat das Thema fasziniert, und nun weiß ich von was es abhängt wie die Augen der Hunde beim Anleuchten in der Dunkelheit oder bei Blitzlicht “aufleuchten”.

18.01.2020
Das Fell des Alaskan Malamute

Immer wieder werde ich gefragt, ob es nicht ein enormer Aufwand wäre, das Fell meines Hundes zu pflegen um es so schön zu halten wie es ist. Meine Antwort erstaunte bisher alle, wenn ich ihnen damit erkläre dass es keinerlei Fellpflege bedürfe, außer im Fellwechsel. Warum das so ist?

Hier eine kurze Beschreibung des Fells der Alaskan Malamutes:

Als Welpe haben diese Hunde ein wollartiges Fell, dass sich aber dann mit ca. 6 Monaten relativ rasch zum schönen und funktionalen Fell entwickelt. Der Alaskan Malamute hat dann ein wetterfestes doppellagiges Fell. Das weiche fettige Unterfell wird in etwa 3–5 cm lang und das dichte Deckhaar (Grannenhaar) ist entsprechend der Unterwolle etwas länger. Beide Schichten zusammen ergeben ein isolierendes (gegen Kälte und Hitze!) und wasser- sowie schmutzabweisendes Gefüge aus Unmengen an Haaren. Ein schmutziger Malamute braucht nicht gebadet zu werden (außer er ist mit stinkenden Flüssigkeiten oder Kadavern in Berührung gekommen), denn der Schmutz fällt nach dem Trocknen von selbst ab. Auch “hundelt” ein Malamute nicht wenn er nass ist, es riecht eher nach feuchter Wolle, also überhaupt nicht unangenehm. Malamutes sollte man so wenig wie möglich baden, da sonst die Fettschicht des Unterfells zerstört wird, und es damit in der natürlichen Funktion beeinträchtigt oder gar nutzlos wird. Ebenso ist das Scheren im Sommer UNBEDINGT zu VERMEIDEN! Damit ruiniert Ihr das Fell der Hunde auf lange Zeit oder sogar auf Dauer!

Beim sogenannten “Wooly” (korrekterweise “Longcoat”), besteht das Fell nur aus einer Lage langem Haar ohne Unterfell. Dies führt zu Isolationsproblemen und es weist kein Wasser ab. Diese Hunde werden bei Regen oder im Wasser klatschnass bis auf die Haut. Probleme tauchen auch im Winter auf, wenn dieses Fell zwischen den Zehen durch Eis verklumpt und es dann für den Hund beim Laufen schmerzhaft wird. Longcoats entstehen durch genetische Fehler, jedoch sollten diese aus jeglicher Zucht herausgenommen werden um die Rasse so zu erhalten wie sie gehört. Leider werden auch diese Vertreter der Alaskan Malamutes oftmals verpaart. Des Menschen Einfluss auf robuste und solide Rassen geht oft unergründliche Wege und führt dann unweigerlich zu Degeneration und dem Kaputtmachen ganzer Zuchtlinien.

Die Fellpflege ist wie schon Eingangs erwähnt nicht so eine große Herausforderung, abgesehen von den beiden Fellwechseln im Jahr, wo man wirklich täglich (auch öfter wenn nötig) bürsten muss. Auch hierbei sollte man sich nicht aus Bequemlichkeit heraus dazu leiten lassen, die Hunde zu baden um sie dann mit einem Hundefön “auszublasen”. Zwischen den Haarwechseln ist ein Bürsten meiner Meinung nach nur an einigen wenigen aber wichtigen Stellen notwendig, und zwar am Ansatz des Schwanzes und der sogenannten “Hose”. Beide Stellen können schnell verfilzen, und dann wirds schwierig, diese wieder knotenfrei zu bekommen. Auch wichtig ist das vorsichtige Auswischen der Augenwinkel, sollten die Hunde tränen oder Klümpchen haben. Nur ein weiches Tuch verwenden. Es beugt der Verfärbung des Fells dieser Stellen vor. Sollte sich das Tränen nicht geben ist ein Tierarzt zu Rate zu ziehen um die Ursache abzuklären.

12.01.2020
Wichtige Untersuchungen und bekannte, genetisch bedingte Krankheiten beim Alaskan Malamute

Es gibt einige wichtige Untersuchungen, die beim Alaskan Malamute gemacht werden sollten, wenn man seriös eine Zucht betreiben möchte, diese wären:

HD (Hüftgelenkdysplasie), Röntgen, im Alter von 12-15 Monate, besser 18 Monate.
ED (Ellbogendysplasie), Röntgen, Alter ab 12 Monate.
Augen (erbliche Augenkrankheiten), Sichtuntersuchung, nicht älter als 1 Jahr.
AMPN oder PN (Polyneuropathie), Gentest
PCD (Primary ciliary dyskinesia, auch Kartagener Syndrom), Gentest

Wer wissen will, ob sein eigener Hund ok ist, kann natürlich auch selbst diese Untersuchungen durchführen lassen. Wenn man Hochleistungssport mit den Hunden betreiben will, dann auf jeden Fall VORHER auf ED und HD untersuchen lassen, um nicht bereits vorhandene Schäden zu verschlimmern.

Malamutes neigen auch zu einer vermutlich genetisch bedingten Hauterkrankung, der Zink-reaktiven Dermatose. Ursache ist eine verminderte Aufnahme des Spurenelements Zink aus der Nahrung. Moderne Medikamente können hierbei aber eingesetzt und die Hauterkrankung im Zaum gehalten werden.

Zu erwähnen ist auch noch, dass immer mehr Alaskan Malamute an der Hautkrankheit Sebadenitis (Entzündung der Haarbalgdrüsen) leiden, die offenbar auch eine erbliche Komponente hat (dazu gibt es auch laufende Untersuchen). Diese Hunde verlieren das Unterfell und das Deckhaar bricht beim Nachwachsen ab. Dieses Phänomen kann geheilt werden mit Konsequenz und regelmässiger sanfter Fellpflege. Als Langzeitbehandlung haben sich hochdosierte Präparate mit Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren, sowie äusserliche Anwendung von beruhigenden und Feuchtigkeitsspendenden Lotionen, wie auch Spot-on Präparaten, bewährt. Auch die Gabe von CBD unterstützt den Heilungsprozess. Auf jeden Fall gehören solche Hunde in Tierärztliche Behandlung, denn zu allererst muss das Geschehen diagnostiziert und die Entzündung mit geeigneten Medikamenten gestoppt werden.

12.01.2020
Der “reinrassige” Alaskan Malamute (Zucht oder Vermehrerei?)

Dieser Artikel ist eine kritische Betrachtung der momentanen und seit Jahrzehnten gebräuchlichen Klassifizierung der Rasse des Alaskan Malamutes in reinrassig und nichtreinrassig (also in den Augen der Rasseverfechter: wertlos). Hier meine Meinung dazu:

Wie wird eine “Rasse” gezüchtet? Nun, irgendwann gab es einmal Hunde, die zu einem gewissen Zweck gezüchtet wurden, und aus denen sich größere Populationen entwickelten. Sie wurden für die ihnen zugedachten Aufgaben verwendet, und man nahm immer die stärksten und besten Hunde aus diesen Würfen, um die Rasse zu verbessern. Das ist der immer schon dagewesene Weg einer Selektion durch den Menschen, um Arbeitshunde zu bekommen, die man bestmöglich einsetzen konnte, ohne dass sie Schäden davontrugen, wenn sie ihre Aufgaben erledigen. Über Jahrzehnte, Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende, entstehen dann Linien, die eben für ihre Aufgaben optimal ausgestattet sind.

Die Auswahl erfolgt, um beim Alaskan Malamute zu bleiben, anhand von Charakter (Gutmütigkeit gegenüber dem Menschen ist Pflicht), Größe und Stärke (der Hund soll ja schwere Lasten über lange Distanzen transportieren können), Fell (gute Isolierung auch in den kältesten Regionen muss gegeben sein), Gesundheit (anfällige und kränkliche Hunde, oder Hunde mit ED, HD, Augenfehlern, Gendefekten, Erbkrankheiten sind von der Zucht auszuschließen), und einigen rassetypische Merkmale (Augenfarbe, Rutenhaltung, Gangwerk, Muskelbau, etc.). Das war immer so, und sollte auch weiter so gehandhabt werden. Einziger Unterschied von früher zu modernen Zeiten: Es gab keine FCI und keinen ÖKV. Also Rasseverbände die in einem “Standard” festlegen wie eine Rasse auszusehen hat, und welcher Hund als Rasse anerkannt wird oder nicht. Ja, es ist gut, wenn man einen gewissen Standard festlegt, doch diesen gab es grob umrissen auch schon vorher, sonst hätten sich diese speziellen Rassen nie etabliert. Der Mensch selbst maßt sich eben immer wieder an, die Natur in bestimmte Schablonen zu pressen, und denkt, er würde damit etwas Gutes tun. Das ist nur teilweise richtig, denn genau genommen leistet er damit nur Vorschub zu Vermarktung und Profitmacherei.

Sehen wir uns die “Rassehunde” genauer an, stellen wir schnell fest, dass es da schon trotz EINEM Standard, ZWEI Linien geben soll. Eine Ausstellungslinie (also jene Hunde, die zu Ausstellungen gekarrt werden, um dort Preise für alle möglichen Schönheitsbewerbe mit ein bisschen im Kreis laufen im Ring absahnen, aber für die Arbeit wofür sie eigentlich gezüchtet wurden, unbrauchbar sind. Dann soll es die Sportlinie geben, die Lasten ziehen und an Rennen teilnehmen, hier ihre angezüchtete Leistung erbringen, aber im Ausstellungsring genau null Erfolge hätten, weil sie eben nicht den “Schönheitsidealen” der Richter und Richterinnen entsprechen. Finde den Fehler! EIN Standard, ZWEI Linien. Mehr muss man ja schon gar nicht darüber schreiben, sondern nur darüber nachdenken.

Im Grunde genommen, diente der Alaskan Malamute dazu, schwere Lasten über Tage hinweg zu transportieren. Deswegen ist er auch einer der größten und schwersten Schlittenhunde die gezüchtet werden. Es kommt nicht auf die geschwindigkeit an, sondern auf die Kraft und Ausdauer. Er wurde auch für die Jagd eingesetzt, deswegen haben diese Hunde einen genetischen Jagdtrieb in sich, der schwer bis gar nicht unter Kontrolle zu bekommen ist. Man sie zwar trainieren nicht jedem Wild nachzustellen, aber das geht eine Woche, 1 Monat oder mit Glück vielleicht ein Jahr lang gut, dann wildert er und ist nicht zu stoppen. Wenn dann noch ein Jäger in der Nähe ist, nimmt das Unglück seinen Lauf. Das dritte Merkmal des Malamute, seine Gutmütigkeit, wurde ihm deswegen über X Generationen angezüchtet und genetisch verankert, weil die Hunde in extrem Kalten Winternächten dazu verwendet wurden, die Kinder der im Eis herumwandernden Nomadenstämme des Nordens zu wärmen. Die Hunde waren also immer schon im Familienverbund miteingeschlossen.

Doch zurück zur Zucht selbst. Ein reinrassiger Alaskan Malamute mit allen von der FCI geforderten Papieren, kostet in unseren Breiten zwischen 1300 und 1800 Euro, je nach Züchter. Das ist viel Geld für ein paar Papierln die man zusätzlich zum Hund bekommt. Diese bestehen dann aus einem niedergeschriebenen Stammbaum, einer Zuchtbucheintragungsbestätigung. Daneben bekommt man dann auch noch einen Impfpass und einen gechipten Welpen, dessen Chip aber noch selbst in die Heimtierdatenbank des Ministeriums (Animaldata & Co alleine zählen nicht laut TSchG2005!) eingetragen werden muss. Dafür hat man dann einen reinrassigen Alaskan Malamute, mit dem man die Rasse offiziell nach weiteren Ausstellungen und einer Zuchtzulassung (hier läuft dann die Geldmaschinerie ein zweites Mal gut an) weiter “verbessern” darf.

Und genau da fängt das Problem an! JEDER, der einen zuchtzugelassenen Malamute (oder auch anderen Hund) hat, kann sich für diesen seinen Deckpartner frei aussuchen, OHNE jemals eine Ausbildung in z.B. Genetik gemacht zu haben, oder sich mit den eingangs erwähnten Punkten wie z.B. den Erbkrankheiten beschäftigt zu haben. Relevant sind meistens nur: Sind die beiden Hunde irgendwo Champions (bei Ausstellungen oder im Sportbereich), das Aussehen (Jö, der ist sooo lieb, der passt zu meiner Hündin!), oder einfach, weil man Geld fürs Decken bekommt (Deckrüden müssen ja bezahlt werden, die Geldmaschinerie Teil 3 läuft an…). Weitere Gründe sind Verankerung der Zucht durch den Verkäufer des Welpen im Kaufvertrag weil der Marktanteil der Zuchtstätte erhöht werden soll, idiotische Aussagen von alteingesessenen Tierärzten die eine Trächtigkeit im Leben eines Hundes nach wie vor empfehlen (!!), Unaufmerksamkeit durch die Hundehalter und -halterinnen (ups, es ist halt passiert), und der dümmste Punkt überhaupt: “Meine Hündin ist sooo lieb, die kriegt sicher ganz süße Babies” …

Gewissensfrage: WO ist nun der Unterschied zwischen einer registrierten Zucht laut FCI, und einer von den Rasseenthusiasten abwertend bezeichneten “Hinterhofzucht” wo es eben keine Papiere für die Hunde gibt?

Abfällig als “Vermehrer” bezeichnet werden ja alle die nicht unter FCI züchten und Welpen anbieten. So will man seine Einnahmequelle mit aller Vehemenz verteidigen. Doch was ist dran an der Aussage, dass nur Hunde vom Züchter gut, und alle von den Vermehrern schlecht sind? Meiner Meinung nach gar nichts! Warum? Ganz einfach:

Unter FCI anerkannten Zuchtstätten wurden in den letzten Jahren vermehrt Alaskan Malamutes “auf den Markt geworfen”, die bereits mit HD-belasteten Elterntieren gezüchtet wurden. Augenkrankheiten und Erbkrankheiten nahmen immer mehr zu. Welpen sterben immer öfter kurz nach der Geburt (das ist eine natürliche Selektion durch die Natur, weil eben schon irgendwas nicht stimmte!), die Hunde haben teilweise schon aggressive Verhaltensformen, leiden an Hautkrankheiten und erreichen nicht mehr oft das normale Alter von ca. 12 Jahren für diese Rasse.

Von Vermehrern kommen viele kranke Welpen und auch Hunde, die später erkranken und nicht alt werden, das ist richtig, aber das sind Hunde, die von Möchtegernzüchtern kommen, die keine Ahnung von den schon erwähnten Merkmalen haben, und sich einfach auch noch viel Geld sparen wollen um sich zu bereichern. Aber, es gibt auch “Vermehrer”, die sehr wohl wissen, was sie tun, und das noch besser als jeder anerkannte Züchter! Nur lassen sich diese nicht in das Schema-F der Geldmaschinerie der Zuchtverbände pressen, und gehen ihren Weg. Diese daraus resultierenden Hunde sind oft die robustesten und gefragtesten Hunde überhaupt, nur eben ohne Papiere. Diese “Hinterhofzüchter” wie man so sagt, schauen auch auf den Erhalt und die Verbesserung der Rasse, weil sie sie eben auch selbst einsetzen und dazu nur gesunde Hunde brauchen. Es ist ja sinnlos, Hunde zu züchten, die man dann nicht verwenden kann, sondern sie das ganze Leben nur durchfüttern muss oder krank sind. Und genau diese letztgenannten Züchter können ebenso für ihre Hunde einen Stammbaum zeigen, nur ist der eben nicht offiziell eingetragen, und die Welpen sind um einiges günstiger, weil es um die Rasse und nicht die Bereicherung geht.

Resümee: Es gibt auf beiden Seiten gute Züchter, als auch schlechte Vermehrer! Das Schwierige daran ist nur, die Spreu vom Weizen trennen zu können. Für mich persönlich ist ein Hund ohne die Papiere genauso viel wert, wie einer mit. Es ist nur der Mensch, der aus Gewinnsucht eine Rasse ruiniert, und da spielt das Zuchtpapier oder der Stammbaum keine Rolle. Champion A mit Champion B verpaart kann genauso kranke Welpen hervorbringen, wenn man keine Ahnung hat, als man aus diversen Kofferräumen auf abgelegenen Parkplätzen kaufen kann.

Reinrassigkeit, wie wird die definiert? Wenn ein Husky mit einem Jagdhund verpaart wird, dann kann man wohl bei den Welpen nicht mehr von reinrassig sprechen, da ja 2 Rassen im Spiel waren. Wenn ein Malamute und ein Canadian Eskimo Dog verpaart werden, schauen sie noch immer so aus wie ein Malamute oder ein Eskimo Dog, sind aber auch nicht mehr reinrassig. Ein Malamute und ein Malamute wird aber egal ob Papiere oder nicht, reinrassig sein! Genauso wie ein Eskimo Dog der sich mit einem Eskimo Dog paart! Es ist eben nur eine Ansichtssache, und wie man reinrassig auslegt. Aber wie sagt man so schön? Geld regiert die Welt, und Stammbaum mit Zuchtpapier ist eine Einnahmequelle für sehr viele Verbände und Vereine.

Übrigens züchten die Stämme der nordischen Nomaden nach wie vor die besten Hunde, und das ohne Papiere, warum wohl?

06.01.2020
Die verschiedenen Arten der Malamutebesitzer

Es ist wie es ist, und kurz gesagt: Es gibt 5 verschiedene Liebhaber (mit der männlichen Ausdrucksweise verkürze ich den Text, meine aber alle Geschlechter) dieser wunderbaren Hunderasse. Ich möchte sie hier nur kurz umschreiben, und dann könnt Ihr ja Eure eigene Zuordnung selbst festlegen:

  1. Der “Ich hab einen besonderen Hund” Malamutebesitzer. Er kehrt immer wieder vor anderen heraus, wie toll und wunderbar doch diese Hunde sind, wie schwierig es ist sie zu halten, wie viel Sport man am Tag mit ihnen machen muss damit sie sich wohlfühlen, und was man noch so alles tut um der Rasse gerecht zu werden. Daraus entwickeln sich die meisten selbsternannten Experten, inkl. deren permanenter Präsenz in den sozialen Medien.
  2. Der “sportliche” Malamutebesitzer. Jener, der im von Herbst bis Frühjahr die Hunde über Stock und Stein jagd, nur um allen zu zeigen, wie gut er und die Hunde doch sind. Das Herauskehren und brillieren mit allen möglichen Titel, Urkunden und Pokalen wird zur Religion. Man schreckt nicht einmal mehr davor zurück an “offenen” Rennen teilzunehmen und die Hunde gegen rassen laufen zu lassen gegen die sie keine Chance haben, weil auch nicht dafür gezüchtet! Durch Taktieren schafft man halt doch hin und wieder ein Potesterl. Ende Frühjahr und über den Sommer verschwinden diese Menschen dann samt Hunden ins Nirwana, die Hunde meist im Zwinger, der Mensch irgendwo auf der Couch. In diesen Monaten lebt man weiter mit dem Posten der erreichten Gewinne und kaut ewig drauf herum. Die zweite Gruppe von selbsternannten Experten ist damit geboren und ganzjährig präsent.
  3. Der Ausstellungsnarr. Die Hunde werden aufgrund der eigenen Eitelkeit permanent zu Ausstellungen gekarrt und durch alle möglichen Bewertungsringe gezerrt. Urkunden, Pokale, Bewertungen, alles wichtiger als der Hund selbst. Man poliert sich sein Ego enorm auf und versucht zu allerletzt dann auch noch die “guten Gene” der Hunde zu vermarkten. Ob nun mit Zucht, Vermehrerei oder mit dem Verleih von Deckrüden, ist dann schon egal. Eine Folge der Ausstellerei eben.
  4. Der Züchter der sich um den Erhalt der Rasse kümmert! Ja, der Schmäh ist gut. 90% der Züchter züchten nicht der Rasse wegen, sondern weil es ein super schönes Zubrot ist! Und nun soll mir keiner kommen, daran wäre nichts zu verdienen! Ich selbst habs durchgerechnet, inkl. aller Kosten! Es bleibt jede Menge hängen! Noch mehr bei den Hinterhofvermehrern die ja alle nur “Hoppalawürfe” haben, oder weils der Tierarzt so empfohlen hat (es soll ja jede Hündin einmal im Leben einen Wurf haben, so ein Blödsinn auch!).
  5. Der Hundeschulenfetischist, der seinen Malamute von einer BGH zur nächsten schleppt, auch der Hundeführschein muss gemacht sein, Welpenkurse vorher sowieso. Was weiß ich wie viele Kurse noch belegt werden müssen, nur um dem Tier seinen angeborenen Charakter und sein Wesen umzuformen, so dass es halt passt wie man es will! Also ein artfremder Hund in einem Malamute-Kostüm. Gehorsam wie ein Schäfer, nicht mehr zugfreudig wie ein Retriever, streichelweich wie ein Pudel. Traurig aber Tatsache.
  6. Der Malamutefreund, der diese wunderbaren Hunde in die Familie integriert, sie aufwachsen lässt wie sie eben sind, mit ihnen ein wenig Sport betreibt, aber auch nur auf der Couch herumlümmelt. Den Hund mitnimmt wo es geht, ihm durch zuschauen lernen lässt, keinen blind hörigen Doofmax aus ihm macht, sondern seine Persönlichkeit lässt wie sie ist und sich nach 2 bis 2 1/2 Jahren entwickelt hat. Das sind dann die Traumhunde, die jeder haben will, aber mit denen die wenigsten umgehen können! Das sind aber auch die Menschen, die den Wert dieser Rasse erkannt haben, und dafür sorgen dass sie auch weiterhin so bleiben wie sie eben sind. Treue Begleiter die für einen durch Dick und Dünn gehen!

Und Du? In welchen Kategorie würdest Du Dich einordnen?

03.01.2019
Weils wieder mal aktuell war – Begegnung mit einem Malamute

Liebe Leser, liebe Freunde! Wieder einmal hat sich gezeigt, wie wenig Ahnung andere Hundemenschen doch über unsere Hunde haben, und mit welchen veralteten Ansichten (die sie teilweise noch immer in Hundeschulen so untereinander weiter austauschen) sie uns mit ihren meist unkontrollierten oder leinenlosen Hunden begegnen.

Es fängt schon damit an, dass wir Malamuteführer keine “dicken Huskys” haben die nicht reinrassig oder echt sind weil sie ja keine blauen Augen haben, sondern stolze, kräftige (und mit kräftig meine ich wirklich kräftig und nicht nur vom Aussehen her!) und extrem eigenständige Hunde haben. Ein Malamute unterliegt keiner Ansicht, dass kleine Hunde oder junge Hunde einen “Welpenbonus” haben! Das ist ein Irrglaube der zu brenzligen Situationen führen kann! Den so oft zitierten Welpenbonus gibt es nur im eigenen Rudel, aber nicht gegenüber fremden Hunden. Kleine Hunde werden in der Regel nicht als Artgenosse erkannt und fallen entweder bei schnellen Bewegungen unter das Beuteschema, oder wenn sie keiffen und bellen unter unliebsamer Angreifer der eben hinweggerafft wird. Haltet daher Eure Hunde von unseren fern, und lassts sie nicht dauernd unkontrolliert zu unseren großen Mützen (Malamute) herlaufen! Es gibt auch keine blödere Frage als “ist das ein Bub oder ein Mädchen?” … das ist einem Alaskan Malamute sowas von egal, wenn gefetzt wird, dann vollkommen unabhängig ob “Bub oder Mädchen”! Vergesst doch endlich mal diese alten Ansichten, und fragt vorher ob ein Kontakt zwischen den Hunden erwünscht ist, oder nicht! Ihr erspart Euch selbst und auch uns viel Ärger, denn unsere Hunde müssen NICHT mit jedem spielen, sie SIND mit ihren Artgenossen sozialisiert, sie brauchen sich NICHT alles gefallen lassen, und sie haben DAS RECHT sich zu wehren, wenn sie angegriffen werden!

Ein Malamute ist kein Hund dem der Wille in diversen Kursen, Hundeschulen, Abrichtezentren, etc. gebrochen wurde. Ein Malamute ist ein urtümlich belassener charakterstarker Hund, den ein Rasseliebhaber auch so belässt (weil genau das diese Hunde ausmachen was sie sind) und nicht umformen lässt so dass er der Gesellschaft passt. Es sind KEINE Spielkameraden für Eure Hunde, sondern Schwerlastenzieher, extreme Jäger, super menschenfreundlich mit genetisch verankerter Beißhemmung wenn die Zuchtlinie in Ordnung ist, aber keinesfalls freundlich zu jedem Hund! Sie sind wahre Rassisten! Denkt also bitte immer daran, wenn ihr das nächste Mal einem Malamte begegnet!

Wenn Ihr den Unterschied zwischen Malamute und Husky nicht selbst erkennt, dann fragt doch einfach den Besitzer jener “Lokomitive des Nordens” wenn ihr einem begegnet, aber haltet mit Eurem eigenen Hund vorerst mal Abstand! Danke.

15.12.2019
Vorstellung, Rasse und Einsatzmöglichkeiten

Meine ersten Erfahrungen mit nordischen Hunden machte ich bereits in den 90er-Jahren mit einem wunderbaren Eskimorüden, den ich praktisch tagtäglich sah und der mich “adoptiert” hatte. Von da an war mir immer klar, welche Hunde ich selbst wollte. 2004 kam dann meine erste eigene Malamute-Hündin zu mir ins Haus, 2006 ein toller Siberian Husky Rüde, den ich aus dem Tierheim holte. Beide waren bei uns in der Familie integriert und lebten frei im Haus. Ich persönlich lehne Zwingerhaltung grundsätzlich ab, denn ich bin der Meinung, dass diese Hunde die direkte Nähe zum Menschen brauchen, denn dafür wurden sie auch ursprünglich gezüchtet. Neben der Jagd und dem Ziehen von Lasten auf entsprechenden Schlitten, war es ihre Aufgabe in kalten Nächten, die Kinder der “Mahlemuts” zu wärmen. Deswegen züchtete man auch immer nur mit den gutmütigsten Vertretern der Alaskan Malamutes. Eine gute Zuchtlinie erkennt man daran, dass diese Hunde gegenüber dem Menschen keine Aggression und eine genetisch verankerte Beißhemmung besitzen.

Seit 2017 begleitet mich wieder eine neue Malamute-Hündin aus Lettland mit Würzeln aus Russland und einer ursprünglichen und unverfälschten Linie. Ich ließ die “Kleine” ganz natürlich bei uns aufwachsen, natürlich auch wieder innerhalb der Familie, und sie lernte wie ein Kind durch zusehen, aufpassen, mündliche Zurechtweisungen. Ich habe auch ihr für ihre Entwicklung die Zeit gelassen, die notwendig für diese Rasse ist. Sie ist auch vom Charakter her nicht durch Fremdeinflüsse (Hundeschule, etc.) verfälscht worden. Mittlerweile ist sie 2 1/2 Jahre und ein Traum von Hund geworden. Wer mehr über meine “Nukka” wissen möchte, und damit auch sehr viel mehr über das Aufwachsen eines Malamutes, der kann gerne in ihr Tagebuch reinlesen, dass ich als spätere Erinnerung mitgeschrieben hatte:

Das Buch Nukka” …

Ja, wir haben schon einiges zusammen erreicht, unter anderem einige Österreichmeistertitel, Vizeösterreichmeistertitel, 2 Zertifikate für “Erste Hilfe am Hund – Notfallversorgung”, weiters “Zertifizierter VRSÖ Hundezugsport Coach”, “ASVÖ Nordic Walking mit Hund (Walk’n’Dog) Übungsleiter”, und ich habe viele Fachpublikationen im Rahmen des Verbandes veröffentlicht. Nachdem ich mit meinen beiden vorherigen Hunden in den Kategorien Schlitten, Wagen, Bike, Scooter und Nordic Walking mit Hund unterwegs war, werde ich nun mit meiner Nukka (die ich nicht mehr einspannen werde) nur mehr auf Touren und in den Bergen unterwegs sein.