Rassereferat SAMOJEDE – Gloria Eberl (Samojeden von Majestic Snowdogs)

Rassereferat  SAMOJEDE
Gloria Eberl

 

 

16.01.2020
Der Rassestandard der Samojeden

Ich möchte hier mal den Rassestandart von Samojeden zeigen. So wie hier beschrieben findet man es im Internet bei Wikipedia und grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden.

Leider ist es aber auch so, dass man im Internet genau das Gegenteil über Samojeden, ihre Haltung sowie ihren Charakter findet, was so manche verwirrt oder abschreckt.

Noch schlimmer finde ich aber, dass der Ursprungtyp vom Samojeden auf Ausstellungen, usw. komplett herabgewertet wird und das von Leuten die sich eigentlich auskennen sollten.

Daher wird das Erscheinungsbild des Samojeden verändert, und aus dem freundlichen, lebenslustigen stämmigen Clown, werden laufende Wattebäuschchen die nichts aushalten bzw. nichts dürfen, gemacht.

Beschreibung

Der Rassestandard für den Samojeden wird als FCI-Standard Nr. 212 bei der Fédération Cynologique Internationale (FCI) geführt. Er beschreibt das allgemeine Erscheinungsbild eines Samojeden als ein Tier, das „den Eindruck von Kraft, Ausdauer, Geschmeidigkeit, Würde und Selbstvertrauen gepaart mit Charme vermittelt“. Als charakteristisches Merkmal wird das so genannte „Lächeln“ des Samojeden genannt; dieser für Hunde ungewöhnliche Gesichtsausdruck wird erzeugt durch die Kombination der Augenform und -stellung mit den in sanfter Kurve nach oben gerichteten Lefzenwinkeln. Der Charakter des Samojeden soll „freundlich, aufgeschlossen, munter und lebhaft mit sehr gering ausgeprägtem Jagdinstinkt“ und „sehr gesellig“ sein; Samojeden sollen „keinesfalls scheu oder aggressiv“ auftreten.

Trotz ihrer früheren Nutzung als Wachhunde gelten sie heute als ungeeignet für diese Verwendung, wobei sie bei Annäherung eines Fremden an „ihr“ Territorium (Garten) zwar anschlagen, aber nicht aggressiv werden.

Die ideale Widerristhöhe eines Samojeden liegt bei 57 (Rüden) beziehungsweise 53 Zentimeter (Hündinnen), wobei jeweils eine Abweichung von 3 Zentimeter nach oben oder nach unten toleriert wird. Der Rüde wiegt zwischen 25 und 30 Kilogramm, die Hündin zwischen 20 und 25 Kilogramm. Der Kopf soll kräftig und keilförmig, der Hals kräftig und mittellang sein. Der Körper ist etwas länger als hoch, tief und kompakt, dabei jedoch geschmeidig. Die Rute soll „ziemlich hoch angesetzt“ sein und wird „in der Bewegung oder in aufmerksamer Haltung vom Ansatz an über den Rücken oder zur Seite gebogen getragen, darf aber in Ruhestellung herabhängen“. Im Gegensatz zu anderen Schlittenhunden sind blaue oder zwei unterschiedlich gefärbte Augen ein zuchtausschließender Faktor.

Das Fell

Ein besonderes Merkmal des Samojeden ist das Haarkleid, das „üppig, dick, elastisch und dicht“ sein soll; es dient als natürlicher Schutz im Polarklima. Das Fell ist rein weiß oder weiß und beige oder cremefarben. Es besteht aus einer dichten weichen Unterwolle (Kälteschutz), sowie einem längeren Deckhaar, welches die Unterwolle vor Feuchtigkeit und Verschmutzung schützt. Der Samojede haart wenig bis gar nicht, außer während des Fellwechsels, der zweimal im Jahr auftritt. Das Fell ist zum größten Teil selbstreinigend.

Die ursprünglichen Samojeden traten auch in anderen Fellfärbungen wie braun oder schwarz auf. Dies entspricht jedoch nicht dem heutigen Zuchtstandard.

Züchtung und Nutzung

Samojeden wurden von dem Volksstamm der Nenzen (Samojeden) ursprünglich als Arbeitshunde, Schlittenhunde, Hütehunde und Wachhunde verwendet. Der Samojede die frühere Nutzung dieser nordischen Hunderasse: „Sie hüteten ihre Rentierherden, verteidigten sie gegen angreifende Wölfe und Bären und waren ihre Jagdgefährten. Manchmal wurden sie auch vor die Schlitten gespannt.  Mensch und Tier waren aufeinander angewiesen und lebten in engster Gemeinschaft miteinander. Nachts durften die Hunde auch mit ins Zelt und dienten als Bettwärmer. Sie galten als vollwertige Mitglieder der Familie“.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurden Samojeden von europäischen und amerikanischen Forschern in Arktis und Antarktis als Schlittenhunde genutzt. Eine frühe Erwähnung der Vorfahren heutiger Samojeden findet sich in den Berichten zur gescheiterten Nordpol-Expedition von Fridtjof Nansen von 1894; die Tiere werden als sehr ausdauernd beschrieben, sie könnten 95 Kilometer in einer Strecke zurücklegen, ohne gefüttert zu werden.

Der britische Zoologe Ernest Kilburn-Scott brachte 1889 erste Exemplare nach England und gilt als Begründer der Samojedenzucht. Sein Entwurf für einen Rassestandard sah zwei Typen von Samojeden vor: Der eine war etwas hochbeinig, aber stabil gebaut, das Fell war schneeweiß; der andere war ein bärenhafter Typ mit kleinen, behaarten Ohren und kräftigen Pfoten mit dicken Ballen. Diese Grundtypen finden sich, im Rahmen des durch den Zuchtstandard Zulässigen, in Grundzügen auch heute noch. Der erste Rassestandard stammt von 1909.

Erste Exemplare gelangten etwa 1904 in die Vereinigten Staaten. 1913 wurden Samojeden offiziell als Hunderasse anerkannt. 1923 wurde in den USA als erster Zuchtverein der Samoyed Club of America gegründet. Eine intensive Zucht begann in den ersten Nachkriegsjahren etwa ab 1946, die Popularität der Samojeden nahm jedoch erst ab etwa 1956 in nennenswertem Ausmaß zu.

In Deutschland ist der 1968 gegründete Deutsche Club nordischer Hunderassen (DCNH) für die Einhaltung der Zuchtstandards zuständig.

Samojeden werden auch in Australien, Dänemark, Finnland, Deutschland, den Niederlanden, Irland, Italien, Neuseeland, Schweden, Norwegen und seit einiger Zeit auch in Spanien in größerem Umfang gezüchtet. Sogar in Simbabwe gibt es einen kleinen Zwinger. Die dort gezüchteten Tiere sollen sich den klimatischen Gegebenheiten erstaunlich gut angepasst haben.

Obwohl Samojeden eigentlich Arbeitshunde sind, werden sie heute hauptsächlich als Haus-, Familien- oder Ausstellungshunde sowie gelegentlich im Hundesport, beispielsweise in Agility, mit gutem Erfolg eingesetzt. Seltener werden sie als Schlittenhunde bei Schlittenhunderennen verwendet, da sie zwar sehr ausdauernd, aber weniger schnell als Huskys und weniger kräftig als Malamutes sind.

Verwandte Rassen

Der Samojede wird häufig verwechselt mit weißen Exemplaren des Großspitzes (Deutscher Spitz), des American Eskimo Dog oder auch des Wolfsspitzes, die ebenfalls einen spitzen Fang und Stehohren haben. Der Samojede ist eine nordische Rasse und mit den Spitzen verwandt, teilt deren Wesensmerkmale als Wach- und Hofhund aber nicht.

Als nordische Rasse wird der Samojede gelegentlich auch mit dem Siberian Husky verwechselt. Dieser hat jedoch in der Regel ein graues Fell und blaue Augen, während Samojeden immer weißes Fell und braune bis braunschwarze Augen haben und das Fell viel länger ist als das des Huskys, bei dem das zu lange Fell ein zuchtausschließender Fehler ist. Gelegentlich ist auch eine Verwechslung mit weißen Eurasiern möglich, doch ist Weiß als Farbe bei Eurasiern ein zuchtausschließender Fehler; sie sind also dementsprechend selten. Da zur Züchtung des Eurasiers – neben Wolfsspitz und Chow-Chow – auch Samojeden eingesetzt wurden, handelt es sich hier um sehr enge Verwandte.

 

15.12.2019
Vorstellung, Haltung und Einsatzmöglichkeit

Wir möchten uns bei Euch kurz vorstellen:

Wir, mein Mann und ich sowie unsere 6 Samojeden, leben im schönen Niederösterreich in der Nähe von Amstetten. Unser Rudel besteht aus 2 Rüden (8 Jahre & 8 Monate) und 4 Hündinnen (10, 8, 4, 2 Jahre), davon haben wir ein Zuchtpärchen. Da uns unsere Hunde sehr am Herzen liegen, machen wir nur alle 2 Jahre einen Wurf. Wir achten sehr darauf, das unsere Welpen von Anfang an den Alltag miterleben, und sie wachsen von Geburt an im Rudel auf.

Wir betreiben keine Zwingerhaltung. Unsere Hunde leben mit uns im Haus & Garten, sie gehören zur Familie. Da wären wir auch schon beim ersten Punkt, Samojeden wollen mit und bei ihren Menschen leben. Es sind keine Hunde für eine reine Zwingerhaltung, bzw. reine Gartenhaltung. Samojeden sind freundlich, neugierig, anhänglich aber auch sehr gesprächig. Sie sind auch sehr wissbegierig, lernen sehr schnell (manchmal zu schnell), haben aber auch einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb, der oft schwer zu unterbinden ist. Doch man kann sich den Trieb für das Training zunutze machen.

Samojeden sind sehr vielseitig, er kann bei weitem mehr als nur Schlitten ziehen und laufen. Da Samojeden sehr auf Menschen bezogen sind, eignen sie sich als Therapiebegleithund, Mantrailer und Pettrailer sehr gut, aber auch für andere Sportarten wie Agility, Rallye Obedience oder Unterordnung sind sie zu begeistern. Samojeden sind vom Rettungshund bis zum Babysitter einsetzbar.

Soviel einmal für den Anfang. Im nächsten Beitrag möchte ich etwas genauer auf die Fellpflege eingehen. Bis dahin wünschen wir schöne Weihnachtstage und einen guten Rutsch.

Eure ” Samojeden von Majestic Snowdogs ”
sowie Gloria & Jürgen