{"id":924,"date":"2017-04-12T09:09:49","date_gmt":"2017-04-12T07:09:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nssv.at\/VRSOE\/?p=924"},"modified":"2017-04-12T09:10:30","modified_gmt":"2017-04-12T07:10:30","slug":"die-hundesteuer-in-oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nssv.at\/vrsoe\/archive\/924","title":{"rendered":"Die Hundesteuer in \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Hundesteuer in \u00d6sterreich<\/strong><\/p>\n<p>Immer wieder haben wir Diskussionen mit Hundehaltern, die unsere Events besuchen, eigene Hunde mitbringen, und diese dann am Gel\u00e4nde ihre H\u00e4ufchen verrichten. Darauf angesprochen, diese doch netterweise zu entfernen, bekommen wir meist als Antwort: &#8222;Ich zahle Hundesteuer, das soll die Gemeinde wegr\u00e4umen!&#8220; &#8211; Doch ist das richtig? Nun, als Gast eines Events sich so aufzuf\u00fchren ist schon mal ein NoGo. Am Ende des Tages muss der Veranstalter meist daf\u00fcr sorgen, dass dann die Kacke fremder Hunde wegger\u00e4umt wird. Und was die Hundesteuer angeht, das schaut so aus:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Grunds\u00e4tzliche Definition laut Wikipedia:<\/strong><\/em> &#8222;Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer, mit der das Halten von Hunden besteuert wird. Wie jede Steuer ist sie eine \u00f6ffentlich-rechtliche Abgabe, der keine bestimmte Leistung (etwa das Reinigen der Stra\u00dfen von Hundekot) gegen\u00fcbersteht und die nach dem Gesamtdeckungsprinzip zur Finanzierung aller kommunalen Aufgaben mitverwandt wird. Die Hundesteuer z\u00e4hlt zu den Aufwandsteuern.&#8220;<\/p>\n<p><em><strong>Speziell in \u00d6sterreich:<\/strong><\/em> &#8222;Das Halten von Hunden unterliegt in \u00d6sterreich der Steuerpflicht und wird in Form der nicht zweckgebundenen Hundeabgabe eingehoben. Zu diesem Zweck sind Hunde ab einem Lebensalter von drei Monaten der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde zu melden, welche das jeweilige Gemeindeamt oder Magistrat ist. Die Anmeldung kann f\u00fcr viele Gemeinden bereits online durchgef\u00fchrt werden.\u00a0 Sobald der vorgeschriebene Betrag entrichtet wurde, erh\u00e4lt der Hundehalter daf\u00fcr die Hundemarke. Die Hundemarke ist sichtbar am Hund anzubringen wenn dieser das Haus verl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die H\u00f6he der Hundeabgabe variiert in den Bundesl\u00e4ndern und Gemeinden. So schreibt die Stadtkasse Wien j\u00e4hrlich 72 \u20ac f\u00fcr den ersten und 105 \u20ac f\u00fcr jeden weiteren Hund vor, hingegen schreibt der Tiroler Landtag den Gemeinden eine maximale H\u00f6chstabgabe von 45\u00a0\u20ac je Hund pro Jahr vor. Auch die Befreiung von der Abgabe ist L\u00e4nder(Gemeinde)spezifisch unterschiedlich geregelt. Die gro\u00dfz\u00fcgigste Regelung sieht der steierm\u00e4rkische Landtag vor (siehe \u00a7\u00a7\u00a02,\u00a04). Verst\u00f6\u00dfe gegen das Hundehaltungsgesetz ziehen eine Verwaltungsstrafe nach sich, welche beispielsweise in Ober\u00f6sterreich eine Geldstrafe von bis zu 7.000 \u20ac ausmachen kann.<\/p>\n<p>Eine Besonderheit bietet die Stadt Wien an. Der Hundehalter kann eine freiwillige Hundef\u00fchrscheinpr\u00fcfung ablegen. Wird diese vom Hundehalter und dem Hund erfolgreich absolviert, f\u00e4llt im Folgejahr f\u00fcr den gepr\u00fcften Hund einmalig keine Hundeabgabe an.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Einf\u00fchrung der Hundesteuer in \u00d6sterreich:<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Mit dem BGBl. 150\/1934 und <a href=\"http:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno-plus?apm=0&amp;aid=bgl&amp;datum=19370004&amp;zoom=2&amp;seite=00000481&amp;x=12&amp;y=4\" rel=\"nofollow\">120\/1937 \u00a7\u00a010 lit.\u00a0c<\/a> wurde erstmals bundeseinheitlich eine Rechtsgrundlage f\u00fcr die Hundeabgabe geschaffen. Sie schreibt keine H\u00f6he vor, sondern bestimmt, dass die Gemeinden die Hundeabgabe einnehmen und zweckfrei verwenden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><em><strong>Land Vorarlberg<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Eingef\u00fchrt wurde die Hundetaxe mit dem LGBl. Nr. 33, am 8. Juli 1875. Das Gesetz wurde bis zu seiner heute g\u00fcltigen Fassung f\u00fcnfmal ge\u00e4ndert: 16\/1886, 83\/1920, 10\/1922, 7\/1923, 22\/1937. Die \u00c4nderungen betrafen lediglich jeweils die Mindesth\u00f6he bzw. die H\u00f6chstgrenze der Abgabe. Die Gemeinde <a title=\"Lor\u00fcns\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lor%C3%BCns\">Lor\u00fcns<\/a> beschloss am 7. Oktober 2008, abseits der Regelungen des Finanzausgleichsgesetzes, erstmals auch Therapiehunde von der Hundesteuer zu befreien.<\/p>\n<p><em><strong>Land Tirol<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das Tiroler <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrT&amp;Gesetzesnummer=20000184\" rel=\"nofollow\">Hundesteuergesetz T<\/a> trat mit 1. J\u00e4nner 1980 in Kraft und l\u00f6ste den \u00a7\u00a025 Gemeindeabgabegesetz LGBl. 43\/1935 ab. Die Stadt <a title=\"Hall in Tirol\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hall_in_Tirol\">Hall in Tirol<\/a> hat die Hundesteuer 1850 eingef\u00fchrt, um der wachsenden Anzahl an Hunden Herr zu werden.<\/p>\n<p><em><strong>Land Salzburg<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Eine landeseinheitliche Regelung ist nicht verlautbart. Die Gemeinden des Landes Salzburg beziehen sich bei ihren Verordnungen auf die verschiedenen Ausgaben des Finanzausgleichsgesetzes.<\/p>\n<p><em><strong>Land Ober\u00f6sterreich<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Im Jahr 2002 wurde das <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrOO&amp;Gesetzesnummer=20000227\" rel=\"nofollow\">Hundehaltegesetz O\u00d6<\/a> eingef\u00fchrt. Das Land Ober\u00f6sterreich verpflichtet seine Gemeinden im \u00a7\u00a010, gest\u00fctzt durch den \u00a7\u00a08 Abs.\u00a05 und\u00a06 FAG 1948 (<a href=\"http:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Dokumente\/BgblPdf\/1948_46_0\/1948_46_0.pdf\" rel=\"nofollow\"><abbr title=\"Bundesgesetzblatt f\u00fcr die Republik \u00d6sterreich, Nummer 46, Jahrgang 1948 (PDF)\">BGBl. Nr. 46\/1948<\/abbr><\/a>) eine Hundeabgabe einzuheben.<\/p>\n<p><em><strong>Land Nieder\u00f6sterreich<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Im Jahr 1979 wurde das <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Ergebnis.wxe?Abfrage=LrNo&amp;Titel=Hundeabgabegesetz&amp;VonParagraf=0\" rel=\"nofollow\">Hundeabgabegesetz N\u00d6<\/a> eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p><em><strong>Land Steiermark<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Der Landtag beschloss am 14. M\u00e4rz 1950 das <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Ergebnis.wxe?Abfrage=LrStmk&amp;Titel=Hundeabgabegesetz&amp;VonParagraf=0\" rel=\"nofollow\">Hundeabgabegesetz Stmk<\/a>. \u00a7\u00a05 stellt f\u00fcr Hundez\u00fcchter eine Beg\u00fcnstigung in Aussicht.<\/p>\n<p><em><strong>Land K\u00e4rnten<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrK&amp;Gesetzesnummer=10000042\" rel=\"nofollow\">Hundeabgabegesetz Ktn<\/a> wurde am 1. J\u00e4nner 1970 eingef\u00fchrt. Das Gesetz befreit ausdr\u00fccklich Hunde in Tierasylheimen von der Abgabe.<\/p>\n<p><em><strong>Land Burgenland<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Eingef\u00fchrt wurde das <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrBgld&amp;Gesetzesnummer=10000022\" rel=\"nofollow\">Hundeabgabengesetz Bgld<\/a> am 1. J\u00e4nner 1950. Das Gesetz sieht eine Mindest- und H\u00f6chstabgabe f\u00fcr Nutzhunde vor, sowie eine Mindestabgabe f\u00fcr sonstige Hunde.<\/p>\n<p><em><strong>Land Wien<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Eingef\u00fchrt wurde das <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/Ergebnis.wxe?Abfrage=LrW&amp;Titel=Hundeabgabegesetz&amp;VonParagraf=0\" rel=\"nofollow\">Hundeabgabegesetz Wien<\/a> am 1. J\u00e4nner 1922 und bis zur heute g\u00fcltigen Fassung unterlief es sieben Novellen. Die H\u00f6chstabgabe wird durch das Gesetz festgelegt. Vor der Abspaltung 1921 gab es schon in der zum Land Nieder\u00f6sterreich geh\u00f6renden Stadt Wien eine Hundesteuer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nssv.at\/vrsoe\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_7811.jpg\" class=\"thickbox no_icon\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-925 size-large\" src=\"https:\/\/www.nssv.at\/vrsoe\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_7811-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"682\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.nssv.at\/vrsoe\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_7811-682x1024.jpg 682w, https:\/\/www.nssv.at\/vrsoe\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_7811-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.nssv.at\/vrsoe\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_7811-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.nssv.at\/vrsoe\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_7811.jpg 853w\" sizes=\"auto, (max-width: 682px) 100vw, 682px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Also? Noch Fragen, liebe Hundekotwegr\u00e4umverweigerer?<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hundesteuer in \u00d6sterreich Immer wieder haben wir Diskussionen mit Hundehaltern, die unsere Events besuchen, eigene Hunde mitbringen, und diese dann am Gel\u00e4nde ihre H\u00e4ufchen verrichten. Darauf angesprochen, diese doch netterweise zu entfernen, bekommen wir meist als Antwort: &#8222;Ich zahle Hundesteuer, das soll die Gemeinde wegr\u00e4umen!&#8220; &#8211; Doch ist das richtig? 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