{"id":360,"date":"2016-09-26T07:42:25","date_gmt":"2016-09-26T05:42:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nssv.at\/VRSOE\/?p=360"},"modified":"2018-01-09T09:37:50","modified_gmt":"2018-01-09T08:37:50","slug":"dirofilarien-erstmals-in-oesterreich-nachgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nssv.at\/vrsoe\/archive\/360","title":{"rendered":"Dirofilarien erstmals in \u00d6sterreich nachgewiesen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dirofilarien erstmals in \u00d6sterreich nachgewiesen<\/strong><\/p>\n<p>Bis vor kurzem galt eine Infektion mit dem Parasiten Dirofilaria repens in \u00d6sterreich als klassische Reisekrankheit. Stechm\u00fccken aus dem Ausland \u00fcbertrugen den Parasit auf Hunde, in einigen F\u00e4llen aber sogar auf den Menschen. J\u00fcngste Forschungsergebnisse der Vetmeduni Vienna zeigen erstmals, dass der Parasit in \u00d6sterreich eingef\u00fchrt wurde und sich etablieren konnte.<\/p>\n<p>In Stechm\u00fccken aus dem Burgenland fanden die ForscherInnen die Larven des Parasiten. Die infizierten Stechm\u00fccken sind m\u00f6glicherweise \u00fcber Ost- und S\u00fcdeuropa nach \u00d6sterreich eingewandert. Die Forschungsergebnisse sind im Journal Parasites &amp; Vectors ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Der Parasit Dirofilaria repens ist ein Fadenwurm, der in erster Linie das Unterhautgewebe von Hunden bef\u00e4llt und dort Hautknoten, Schwellungen und Juckreiz verursacht. Neben Hunden k\u00f6nnen auch Katzen, F\u00fcchse, W\u00f6lfe und Marder von einer Infektion betroffen sein.<\/p>\n<p>\u201eBeim Menschen wurden seit dem Jahr 2000 rund 16 F\u00e4lle von humaner Dirofilariose dokumentiert, die Dunkelziffer liegt aber in jedem Fall dar\u00fcber\u201c, so die Erstautorin Katja Silbermayr. Der Mensch ist jedoch ein sogenannter Fehlwirt, in ihm pflanzt sich der Parasit nicht fort und stellt keine gro\u00dfe Gefahr dar.<\/p>\n<p>Silbermayr ist Tier\u00e4rztin und forscht an parasit\u00e4ren Hauterkrankungen. Sie betont: \u201eDie sogenannte kutane Dirofilariose ist in unseren Breiten auch bei Tier\u00e4rztinnen und Tier\u00e4rzten noch recht unbekannt. Daher m\u00f6chten wir mit unserer Arbeit mehr Bewusstsein unter MedizinerInnen schaffen.<\/p>\n<p>Knoten der Haut m\u00fcssen nicht unbedingt Tumore sein, sondern k\u00f6nnen auch auf eine Dirofilariose hindeuten. Nur \u00fcber die richtige Behandlung oder Prophylaxe kann die Verbreitung des Parasiten eingebremst werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u00d6sterreichweites Screening offenbarte Dirofilarien im Burgenland<\/strong><\/p>\n<p>ExpertInnen vom Institut f\u00fcr Parasitologie untersuchten im Jahr 2012 rund 8.000 Stechm\u00fccken aus ganz \u00d6sterreich. Dirofilaria repens fanden sie in zwei Ortschaften: In M\u00f6rbisch und Rust am Neusiedlersee.<\/p>\n<p>Es gab zwei verschiedene Stechm\u00fcckenarten, die Dirofilaria repens in sich trugen, das waren Anopheles maculipennis und Anopheles algeriensis. \u201eGrunds\u00e4tzlich sind diese Parasiten nicht w\u00e4hlerisch, wenn es um ihren Vektor, also ihren \u00dcbertr\u00e4ger die Stechm\u00fccke geht.<\/p>\n<p>Weltweit wird Dirofilaria repens in den unterschiedlichsten M\u00fcckenarten gefunden. Diesen Parasiten h\u00e4tten wir also durchaus auch in anderen Stechm\u00fcckenarten nachweisen k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Silbermayr.<\/p>\n<p><strong>Der Einwanderungsgrund: Reisen und Adoption<\/strong><\/p>\n<p>Die Ursache der Einwanderung sieht Silbermayr darin, dass HundehalterInnen mit ihren Vierbeinern verreisen, vor allem in s\u00fcdliche L\u00e4nder. Mit der Adoption ausl\u00e4ndischer Tiere werden die Parasiten ebenfalls nach \u00d6sterreich eingeschleppt. Die Klimaerw\u00e4rmung ist laut Silbermayr nicht ausschlaggebend f\u00fcr die Verbreitung von Dirofilaria repens.<\/p>\n<p>Die Forschenden gehen davon aus, dass sich Dirofilaria repens in \u00d6sterreich weiter ausbreiten wird. In Spanien, Portugal, Italien, Kroatien, Ungarn und Slowenien ist der Parasit schon weit verbreitet. \u201eEs ist also nur eine Frage der Zeit, bis wir in \u00d6sterreich auch in gr\u00f6\u00dferem Umfang betroffen sein werden.<\/p>\n<p><strong>Verwandter Parasit noch nicht in \u00d6sterreich entdeckt<\/strong><\/p>\n<p>Ein verwandter jedoch weit gef\u00e4hrlicherer Parasit ist Dirofilaria immitis, zu Deutsch der Herzwurm. Er wird genau wie Dirofilaria repens von Stechm\u00fccken auf Hunde \u00fcbertragen, siedelt sich in den Lunge und Herz der Hunde an.<\/p>\n<p>Dort entwickeln sich etwa 20-30cm lange Herzw\u00fcrmer die zu Herzinsuffizienz, Atemnot und allgemeiner Leistungsverschlechterungen f\u00fchren. Dieser Parasit wurde in \u00d6sterreich bislang noch nicht in Stechm\u00fccken gefunden.<\/p>\n<p>\u201eZur Vorbeugung von Insektenstichen gibt es prophylaktisch wirkende Pr\u00e4parate, die entweder als Spot-on auf die Haut der Tiere aufgetragen werden, oder auch in Tabletten enthalten sind. Ist der Parasit einmal im Tier, ist die Therapie meist aufwendig und langwierig und je nach Befallsst\u00e4rke eventuell mit Komplikationen verbunden\u201c erkl\u00e4rt Silbermayr.<\/p>\n<p><strong>Der Lebenszyklus von Dirofilaria repens<\/strong><\/p>\n<p>Die infekti\u00f6sen Larven des Parasiten werden mit dem Biss der Stechm\u00fccke auf Hunde \u00fcbertragen. In der Haut paaren sich die Larven und bilden neue sogenannte Mikrofilarien, die dann ins Blut des Hundes gelangen. Stechm\u00fccken, in \u00d6sterreich auch Gelsen genannt, nehmen den Parasit \u00fcber die Blutmahlzeit wieder auf und k\u00f6nnen weitere Tiere infizieren.<\/p>\n<p>Der Artikel \u201eAutochthonous Dirofilaria repens in Austria\u201c von Katja Silbermayr, Barbara Eigner, Anja Joachim, Georg G Duscher, Bernhard Seidel, Franz Allerberger, Alexander Indra, Peter Hufnagl und Hans-Peter Fuehrer wurde im Journal Parasites &amp; Vectors ver\u00f6ffentlicht. <a class=\"SWisTracked\" href=\"http:\/\/www.parasitesandvectors.com\/content\/7\/1\/226\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #0066cc;\">http:\/\/www.parasitesandvectors.com\/content\/7\/1\/226<\/span><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Links zum Thema \u00a0Dirofilarien:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.parasitenfrei.de\/de\/parasiten-um-uns\/lexikon-der-parasiten\/wuermer\/rundwuermer\/dirofilarien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.parasitenfrei.de\/de\/parasiten-um-uns\/lexikon-der-parasiten\/wuermer\/rundwuermer\/dirofilarien\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vetmeduni.ac.at\/de\/infoservice\/presseinformationen\/presseinformationen-2016\/dirofilarien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.vetmeduni.ac.at\/de\/infoservice\/presseinformationen\/presseinformationen-2016\/dirofilarien\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.animal-health-online.de\/klein\/2013\/07\/13\/wissenschaftler-warnen-vor-gefahr-durch-hundehautwurm-dirofilaria-repens-auch-fur-menschen\/9064\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.animal-health-online.de\/klein\/2013\/07\/13\/wissenschaftler-warnen-vor-gefahr-durch-hundehautwurm-dirofilaria-repens-auch-fur-menschen\/9064\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dirofilarien erstmals in \u00d6sterreich nachgewiesen Bis vor kurzem galt eine Infektion mit dem Parasiten Dirofilaria repens in \u00d6sterreich als klassische Reisekrankheit. 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