Giftige oder gefährliche Lebensmittel für Hunde

Giftige oder gefährliche Lebensmittel für Hunde

Auszug aus dem Buch „Tipps vom Hundedoktor“ von TA Dr. med. vet. Bela F. Wolf

 

Avocado
Wirkstoff: Persin
Vergiftungssymptome: Herzmuskelschäden, Tod

Alkohol
Kann für Hunde tödlich sein – je nach aufgenommener Menge.
Vergiftungssymptome: Erbrechen, Leberschäden, Koordinationsstörungen, Atemnot, Koma, Tod

Brokkoli
Wirkstoff: Isothiocyanatist
Für Hunde nicht direkt toxisch, reizt aber den Darm

Bohnen und andere Hülsenfrüchte (ungekocht)
Wirkstoff: Phasin
Vergiftungssymptome: Erbrechen, Bauchkrämpfe, blutiger Durchfall

Coca-Cola, Energy-Drinks und alle anderen koffeinhaltigen Getränke
Inhaltsstoff: Methylxanthin, siehe Kaffee und Tee

Geflügelfleisch, roh (Pute, Huhn)
Salmonellengefahr (Salmonellose), muss immer sehr gut durchgegart werden (mindestens 60 Grad und über 10 Minuten)

Kaffee
Wirkstoff: Methylxanthin
Vergiftungssymptome: Bluthochdruck, beschleunigter Puls, verengte Blutgefäße, verminderte Reizschwelle der Nerven im Gehirn, Erbrechen, Durchfall, Unrihe, Zittern und Krampfanfälle, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen

Kakao
Siehe Schokolade

Knochen (insbesondere Geflügelknochen)
Zu viel oder ungewohnt führt es zu Knochenkot, Darmverschluss, OP oder Tod.
Hühnerknochen splittern und durchbohren den Verdauungstrakt: Verletzung, Verbluten, Perforation, Tod.

Kohl oder Kohlarten
Verursachen unangenehme Blähungen

Mandeln, Macadamianüsse
Wirkstoff: Blausäure (Nervengift)

Milch und Milchprodukte
Wirkstoff: Laktose
Symptome: Blähungen, Durchfall, Allergien

Medikamente
Medikamente aus der Humanmedizin dürfen niemals ohne Absprache mit dem Tierarzt einem Hund gegeben werden! Nicht einmal Hustensaft!

Aspirin
Wirkstoff: Acetylsalizylsaäure, ASS
Symptome: Organschäden, wirkt bei hoher Dosis tödlich

Paracetamol
Symptome: Führt zu Magenblutungen und Leberschäden

Ibuprofen
Symptome: Orientierungsstörungen, Erbrechen

Diclofenac (z.B. Voltaren)
Symtome: Blutungen, Erbrechen, Durchfall

Nachtschattengewächse (rohe Kartoffeln, Auberginen, Tomaten)
Wirkstoff: Solanin
Symptome: Erbrechen und Durchfall

Obstkerne, Steinobst
Obstkerne enthalten Cyanverbindungen (Blausäure und Cyanide), Gifte werden durch zerbeißen oder verschlucken freigesetzt und verursachen neurologische Störungen.

Pilze
Die Wirkung und die Giftigkeit von Pilzen auf Hunde sind unerforscht und somit ungewiss. Sie können langfristig blutzersetzend, krebserregend, nieren- oder leberschädigend sein. Neben den bekannten Giftwirkungen sind deshalb ganz spezielle, vielleicht sogar wissenschaftlich noch gar nicht bekannte toxische Wirkungen auf den Hund zu befürchten.

Rosinen
Die getrockneten Weintrauben sind genauso gefährlich wie Weintrauben

Rohe Eier
Das rohe Eiklar hemmt die Aufnahme von Biotin (Vitamin B7 oder Vitamin H, spielt beim Kohlehydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle), rohes Eiweiß und Eiklar können auch Salmonellose verursachen.

Schweinefleisch
Wirkstoff: Aujeszky-Virus
Tödlich für Hunde, beim Menschen harmlos, auch Rauchwurst und Schinken sind in diesem Sinne Risiko-Nahrungsmittel für den Hund. (Anm. VRSÖ: Achtung bei Wildschwein das man oft vom Jäger für den Hund angeboten bekommt! Das ist Hochrisikofleisch!) Erst ab einer Gartemperatur von 60° C wird das Virus abgetötet – durch Räuchern alleine wird das Virus allerdings nicht vernichtet und unschädlich gemacht.
Symptome: Juckreiz, Erbrechen, Unruhe, Appetitlosigkeit, Fieber, 24-36 Stunden nach dem ersten Auftreten der Symptome kann der Tod eintreten.

Salz (Knabbergebäck, Speisereste)
Hunde mit Herz- und Nierenschwäche werden besonders belastet, weil Salz über die Nieren ausgeschieden wird.

Schokolade
Wirkstoff: Theobromin
Menschen können Theobromin enzymatisch abbauen, Hunde nicht. Schokoladenaufnahme führt zur Theobromin-Vergiftung mit folgenden Symptomen: Erbrechen, Durchfall, erhöhter Puls, Unruhe, Zittern, Krampfanfälle bis zum Atemstillstand und Tod. Wie bei allen Giften kommt es auf die Dosis an. Ein kleiner Hund und eine große Menge Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil sind lebensgefährlich. In Block- und Zartbitterschokolade ist der Kakaoanteil am höchsten, Milchschokolade enthält weniger, weiße Schokolade am wenigsten, ist aber trotzdem für sensible Hunde nicht zu empfehlen. (Krampfauslösend bei Epileptikern)

Süßstoff
Wirkstoff: Xylitol
Symptome: Leberschäden, Unterzuckerung (Hypoglykämischer Schock)

Xylit
Xylit ist in einigen zuckerfreien Süßigkeiten, in Bonbons und Kaugummis enthalten, sowie fallweise in Kuchen, Keksen und Erdnussbutter (Etikett!).
(Anm. VRSÖ: Achtung, Xylitol ist auch in Birkenzucker enthalten und wird in vielen Produkten auch als E967 angeführt!!)

Tee
Wirkstoff: Thein
Siehe Kaffee!

Verdorbene Lebensmittel
Bakterien vermehren sich und führen zur Nahrungsmittelvergiftung

Weintrauben
Wirkstoff: „Weintraubentoxin“
Weintraubentoxin ist bislang nicht identifiziert. Betroffen sind nur Hunde. besonders gefährlich ist der nach dem Keltern der Trauben angefallene Trester, der zum Beispiel in Weinbergen ausgebracht wird.
Symtome: Durchfall, Erbrechen bis zum Nierenversagen und Tod.
Erste Symptome der Weintraubenvergiftung treten bereits nach Aufnahme von 10 Gramm Trauben je kg Körpergewicht des Hundes aus. Rosinen oder Sultaninen , also getrocknete Weintrauben, sind genauso gefährlich!

Zwiebel (roh, getrocknet, gekocht, pulverisiert)

Zwiebelgewächse (Knoblauch, Bärlauch, Schnittlauch) sowie alle gängigen Lauchgewächse
Wirkstoffe: N-Propyldisulfid und Allylpropylsulfid (hämolysieren die Erythrozyten)
Schon sehr geringe Mengen reichen aus!

Zigaretten und Zigarettenkippen
Wirkstoff: Nikotin
Nikotin ist ein Nervengift. Aschenbecher und Zigarettenschachteln müssen daher für Hunde immer unerreichbar gelagert sein!

Wenn also jemand Ratschläge gibt, der nicht Veterinärmedizin studiert hat, wie beispielsweise ein Futtermittelhersteller, Zoofachgeschäftshandelsangestellter, Hundefrisör, Apotheker, Tiertrainer oder ein selbsternannter „Experte“, dann wäre es für den Hund lebensrettend, dieser Liste zu vertrauen, egal was die erwähnten dazu sagen!

Gefährlich kann es auch werden, wenn der Hund auf frisch gedüngten Feldern spazieren geht. Die giftigen Pestizide dringen direkt über die Pfotenballen und Haut in den Organismus ein und können schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Wurde auf einem Acker gerade gedüngt oder Insektengift gespritzt, ist der Weg bis zum nächsten starken Regen, der die Giftstoffe in den Boden leitet, zu meiden. Oft kommen unerklärliche schwere plötzliche Durchfälle bis hin zu neurologischen Ausfallerscheinungen durch Spaziergänge auf frisch gedüngten Äckern zustande.

Gefährlich ist auch Streusalz im Winter, welches Pfotenballen und Krallenbett entzündet und Lahmheit verursacht, sowie den Magen-Darmtrakt durch ablecken schwer schädigt. Bestreute Wege sind zu meiden, ist das nicht möglich, sind Hundeschuhe aus dem Fachhandel (Anm. VRSÖ: sogenannte Booties) überzuziehen, die feuchtigkeits- und salzundurchlässig sind.

 

Wer mehr Tipps vom Hundedoktor lesen möchte: Hier gibt’s alle Infos dazu.